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Pascale  COHEN-AVENEL

Pascale Cohen-Avenel is full professor at Paris Nanterre University. In the past, she co-directed the CRPM (Centre de Recherches Pluridisciplinaires Multilingues).

Her research focuses on national stereotypes in popular culture and globalization as well as on representations of violence in the Franco-German wars. 

Publikationen (Auswahl):

Si on a du jazz, pas besoin de schnaps: Jazz, négritude et démocratie sous la République de Weimar.

Mit einer umfangreichen Zusammenfassung in deutscher Sprache. (2011, Peter Lang)

Professeure en études germaniques
Co-directrice du CRPM EA 4418

UFR LCE
Université Paris Nanterre
Bâtiment Ida Maier V bureau 107
200 avenue de la République
F- 92001 Nanterre Cedex

pascale.cohen-avenel@parisnanterre.fr

 

Groupe de recherche sur la culture de Weimar

May 22, 2026,   10:45–11:15

Jazz und Jazztänze in der satirischen Presse

der Weimarer Republik

US-amerikanische Tanzmusik war 1919 nichts Neues in Deutschland. Schon mit dem Ragtime hatten sich seit 1903 Cake-Walk, Two-step, One-step, Boston und Foxtrott bis 1913 eingebürgert. Nach dem 1. Weltkrieg erfolgte aber ein Paradigmenwechsel, insofern als der Jazz nun die Musik des Feindes war – das erkannten alle.

In diesem Beitrag werden Karikaturen über Jazztänze und Jazzmusik aus deutschen satirischen Zeitschriften aus verschiedenen Regionen und politischen Richtungen miteinander konfrontiert, die sich alle mehr oder weniger intensiv mit diesem Thema beschäftigten: der Berliner deutschnationale Kladderadatsch, der Berliner liberale Ulk (satirisches Beiblatt des Berliner Tageblattes), der Münchner antiklerikale Simplicissimus und der Stuttgarter sozialdemokratische Der wahre Jakob. Betroffen sind über 150 Bilder von Januar 1919 bis Dezember 1933. Ergiebig sind die Unterschiede: Obwohl die meisten zu erwarten sind, überraschen einige – wie die Art, wie Mussolini entweder als Jazzliebhaber oder als Jazzfeind verpönt wird. Von großem Interesse sind auch die nicht immer zu erwartenden Ähnlichkeiten. Dazu gehören leider der Rassismus gegenüber dieser angeblichen „Niggermusik“ oder die Darstellung des Jazz als Privileg privilegierter Schmarotzer vor allem in den ersten Jahren, als Mangel herrschte. Weniger zu erwarten ist der Vergleich der Girls mit militärischen Revuen, was aber zu entgegengesetzten Schlüssen führen kann. Es entsteht aus dieser Konfrontation eine Art Spiegel der Spannungen innerhalb der Weimarer Republik, die sich an ihrer Reaktion dem Jazz gegenüber messen kann. Bedeutet der spektakuläre Erfolg des Jazz den Verlust der deutschen Kultur oder im Gegenteil eine Emanzipation vom preußischen Militarismus und drohenden Nazismus? Die Analyse dieser Bilder zeigt, dass die Antwort nuanciert werden soll.

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